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ADHS – Modediagnose oder endlich besser erkannt?

Autorenbild: Sandra M.
Sandra M.
13. Juli
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 14. Juli



"Heute hat plötzlich jeder ADHS."


Diesen Satz höre ich immer wieder. In Gesprächen, in den Medien oder in den sozialen Netzwerken.


Tatsächlich erhalten heute deutlich mehr Menschen eine ADHS-Diagnose als noch vor zwanzig oder dreissig Jahren. Das lässt schnell vermuten, ADHS werde immer häufiger.


Für manche entsteht dadurch der Eindruck, ADHS sei eine Modediagnose.

Doch stimmt das wirklich?


Ein Blick in den Sternenhimmel


Stell dir vor, du blickst nachts in den Sternenhimmel.


Vor hundert Jahren hätte dir dafür vielleicht ein einfaches Teleskop zur Verfügung gestanden. Du hättest einige Sterne erkannt, viele andere wären unsichtbar geblieben.


Heute würdest du mit einem modernen Teleskop Millionen weiterer Sterne entdecken.


Hat sich das Universum verändert?


Nein.


Nicht die Sterne haben sich vermehrt. Unser Blick ist genauer geworden.


Mit ADHS verhält es sich ganz ähnlich.


Nicht ADHS ist häufiger geworden, sondern unser Verständnis davon ist gewachsen. Deshalb wird ADHS heute häufiger erkannt.


ADHS ist keine neue Erscheinung. Neu ist vor allem, dass wir ADHS heute besser verstehen und deshalb häufiger erkennen.

Warum werden heute mehr Menschen diagnostiziert?


Wir wissen heute deutlich mehr über ADHS


Lange galt ADHS vor allem als eine Störung, die Kinder betrifft.


Heute wissen wir, dass ADHS eine neurologische Entwicklungsstörung ist. An ihrer Entstehung sind unter anderem genetische, biologische und umweltbezogene Faktoren beteiligt.


Übrigens wurde ADHS nicht erst in den letzten Jahren beschrieben. Die ersten medizinischen Beschreibungen reichen mehr als 100 Jahre zurück. Neu ist also nicht ADHS selbst, sondern unser Verständnis davon.


Gleichzeitig haben sich Forschung und Diagnostik weiterentwickelt, und unser Verständnis von ADHS ist deutlich gewachsen. Dadurch können Fachpersonen ADHS heute auch bei Erwachsenen zuverlässiger diagnostizieren.


Frauen werden häufiger erkannt


Das lange vorherrschende Bild von ADHS war geprägt vom hyperaktiven Jungen.


Viele Mädchen und Frauen passen jedoch nicht in dieses Bild. Sie fallen häufig weniger durch körperliche Hyperaktivität auf. Stattdessen stehen oft Unaufmerksamkeit, innere Unruhe oder ein ständiges Gedankenkarussell im Vordergrund.


Gleichzeitig entwickeln viele früh Strategien, um ihre Schwierigkeiten zu kompensieren. Dadurch bleibt ADHS oft über Jahre oder sogar Jahrzehnte unerkannt.


Nicht selten erhalten Frauen ihre Diagnose erst im Erwachsenenalter, manchmal erst mit vierzig, fünfzig oder noch später.


Nicht, weil ADHS plötzlich entstanden ist.


Sondern weil es zuvor nie erkannt wurde.


Mehr Menschen suchen eine professionelle Abklärung


Das Wissen über ADHS hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Dadurch erkennen viele Betroffene ihre eigenen Herausforderungen erstmals wieder und suchen eine professionelle Abklärung.


Menschen, die sich jahrelang gefragt haben:


"Warum fällt mir manches so viel schwerer als anderen?"


erhalten endlich eine Erklärung.


Warum werden heute mehr Menschen diagnostiziert? ✓ Unser Wissen über ADHS ist deutlich gewachsen. ✓ Forschung und Diagnostik haben sich weiterentwickelt. ✓ ADHS wird bei Frauen häufiger erkannt. ✓ Mehr Menschen suchen eine professionelle Abklärung.

Was bedeutet das?


Vielleicht wirkt es heute so, als gäbe es plötzlich viel mehr Menschen mit ADHS.


Tatsächlich verstehen wir ADHS heute deutlich besser als noch vor einigen Jahrzehnten.


Forschung und Diagnostik haben sich weiterentwickelt, und unser Verständnis von ADHS ist deutlich gewachsen.


Dadurch erkennen wir heute, was früher oft verborgen blieb.


Nicht die Sterne haben sich vermehrt. Unser Blick ist genauer geworden.



Reflexionsfrage


Welche Menschen habe ich vielleicht nie wirklich gesehen?



Über mich


Ich bin Sandra Mäusli, ADHS Coach für Erwachsene und Professionals.


In meiner Arbeit begleite ich Menschen dabei, ihre Stärken besser zu verstehen, individuelle Strategien zu entwickeln und ihren Alltag mit mehr Klarheit, Struktur und Selbstvertrauen zu gestalten.


Mit meinen Artikeln möchte ich dazu beitragen, dass ADHS besser verstanden wird – von Betroffenen, ihrem Umfeld und der Arbeitswelt.


Lass uns ins Gespräch kommen


Ich bin überzeugt, dass nachhaltige Veränderung nicht mit mehr Druck beginnt, sondern mit mehr Verständnis.


Wenn du dich in diesem Artikel wiedererkennst oder mehr über mein Coaching erfahren möchtest, freue ich mich, dich kennenzulernen.




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